Anwendungsprozess

Anwendungsprozess

Das Wichtigste vorab: Für den ganzen Brüniervorgang und die spätere Qualität des Brüniergutes ist die gründliche Vorbehandlung von größter Bedeutung!

Vorbehandlung

Die Oberflächen müssen sorgsam entfettet werden und frei von Zunder, Oxyd oder anderen Fremdstoffen sein. Nur chemisch und metallisch reine Oberflächen garantieren ein qualitativ hochwertiges Brünierergebnis. Man erreicht dies bei normaler Verölung oder bei Benetzung mit Emulsion etc. mit unserem alkalischen Entfetter NU-BLAK® 716 im Kaltverfahren.

Bei schwierigen oder stark verölten Teilen muss ggfs. mit unserem NU-BLAK® 626 Heißentfetter bei ca. 80°C entfettet werden. Es können aber auch andere Methoden wie elektrochemisches Entfetten, Ultraschall oder Beizen etc. angewandt werden.

Unbestritten die beste Vorbehandlung ist das Sandstrahlen oder das Strahlen mit anderen Strahlmitteln wie Glas, Diamant etc. – aber nur dort, wo die Teile bzw. die Oberflächen dies zulassen (also keine Passungsteile)!

Ein besonderer Hinweis gilt für einsatzgehärtete Gegenstände, die oft mit einer Härtekruste versehen sind. Dies kann zu Problemen beim Brüniervorgang führen. Deshalb erfordern diese Teile eine besondere Behandlung (Strahlen, Beizen, Heißentfetten etc.).

Zwischenbehandlungen

Nach jedem Behandlungsgang – außer nach dem Entwässern – sind die Werkstücke mit reichlich und frischem Wasser in Standardqualität zu wässern, um Chemikalienverschleppungen zu verhindern und um die Werkstücke für den nächsten Behandlungsgang vorzubereiten. Dank unserer angebotenen Filtersysteme ist mittels geschlossenem Kreislauf ein äußerst sparsamer Wasserverbrauch gegeben; die Kontaminierung des Abwassers ist äußerst gering und liegt in jedem Fall unterhalb der Grenzwerte.

Konditionierung

Zur Absenkung des pH-Wertes empfiehlt es sich, unseren Konditionierer NU-BLAK® 551 einzusetzen. Dies kann ggfs. bei bestimmten Prozessen entfallen, beispielsweise nach dem Sandstrahlen. Auf keinen Fall ist der Einsatz schädlich und gehört zum normalen Ablauf in unserem Prozess.

Hauptbehandlung

Hier kommt unser Brünierer NU-BLAK® 181 zum Einsatz und zwar als Lösung von 1 Teil Brünierer in 3 Teilen Wasser. Die richtig vorbehandelten Gegenstände werden für max. 1 Minute eingetaucht und erfahren so ihre Brünierung.

Wärmerer Brünierer (über 22°C) oder besondere Materialien brünieren sogar noch schneller – der Brüniervorgang beschränkt sich dann auf ca. 30 Sekunden! Im Gegensatz dazu dauert der Brüniervorgang bei kälterem Brünierer etwas länger – und unter einer Temperatur von 16°C lässt sich nicht mehr korrekt brünieren!

Entwässerung – Ölung – Versiegelung

Üblicherweise werden die behandelten Gegenstände im Heißverfahren sofort im Ofen bei etwa 120°C oder mit Heißluft getrocknet, wenn sie nicht oder mit kalten Konservierungsmitteln nachbehandelt werden sollen.

Ein Trocknen im Ofen etc. ist nicht erforderlich, wenn mit unseren Entwässerungsölen nachbehandelt wird. Mit diesen wasserverdrängenden Korrosionschutzmitteln werden die Kapillaren der Oberfläche entwässert und sofort in geeigneter Weise durch Lufttrocknung gegen Korrosion geölt.

Es stehen inzwischen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

NU-BLAK® 833 M

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ein mittelflüssiges Öl für erhöhten Korrosionsschutz

NU-BLAK® 841 H

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ein dickflüssiges Öl für erhöhten Korrosionsschutz

NU-BLAK® 925

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ein Versiegler, mischbar und auf Wasserbasis, der dort zum Einsatz kommt, wo keine ölige Oberfläche zurückbleiben darf, z.B. beim Einsatz in Sortiermaschinen etc.

sowie Kunstharzversiegeler zum Eintauchen oder als Spray.

Nach einer Trockenphase bleibt eine korrosionsfeste, trocken-matte (bei NU-BLAK® 925) bzw. leicht ölige Oberfläche (bei NU-BLAK® 833 M, NU-BLAK® 841 H) zurück.

Grafische Darstellung des Brünierablaufes bei Anwendung unseres NU-BLAK® Kaltbrünierverfahrens:

Ein typischer Brüniervorgang stellt sich beispielsweise wie folgt dar:


Weitere Hinweise und Systemaufbau zum sicheren und verbesserten Einsatz in den Kleinanlagen mit verschiedenen Chemikalien:


Die nachfolgend beschriebenen Veränderungen werden den Einsatz Ihres Systems höchstmöglich verbessern:

Tank Nr. 1 –> Kaltentfetter NU-BLAK® 716

Das Entfetten wird besonders wirksam, wenn die Flüssigkeit im Tank in Bewegung gebracht wird. Dies kann mittels einer einfachen, korrosionsfesten Pumpe erreicht werden. Es sollte jedoch kein Druckluftverfahren angewandt werden, weil dies große Mengen an seifigem Schaum verursacht.

Andere geeignete Methoden zur mechanischen Bewegung sind Ultraschall, Vibration oder pneumatische Mixer.

Ein leichtes Anwärmen der Entfettungslösung über Tauchsieder oder Wärmematte wird den zeitlichen Durchlauf und die Qualität verbessern. Die Lösung muss bei einer Temperatur von mind. 20°C gehalten werden – eine Temperatur von z.B. 30°C beschleunigt das Entfetten beträchtlich. Ein Temperaturstreifen zur Überwachung der Temperatur liegt bei. Ein Wasserbad-Heizer unter dem Tank platziert arbeitet zufriedenstellend, um gerade in den Wintermonaten eine konstante Temperatur zu gewährleisten; wenn anstatt eines Plastiktanks ein Tank aus VA mit Heißentfetter NU-BLAK® 626 benutzt wird, wird jedoch ein Tauchsieder oder eine Kochplatte benötigt, um höhere Temperaturen zu erreichen.

Längere Eintauchzeiten verbessern ebenfalls das Entfetten. 20 Minuten sind ein guter Standard. Separates Vorreinigen verbessert ganz allgemein das Ergebnis und verringert den Chemikalienverbrauch. Verwenden Sie aber nie einen Vorreiniger, der Phosphate oder Säuren enthält!

alternativ / zusätzlich:

Tank Nr. 1 –> Heißentfetter NU-BLAK® 626

In einem Stahltank sollte eine Temperatur 80°C gehalten werden (über Tauchsieder und Thermostat). Diese Anwendung verringert in jedem Fall die Behandlungszeit und erhöht die Qualität der Entfettung. Längere Eintauchzeiten verbessern die Qualität, Standard sind 10 Minuten.


Tank Nr. 2 –> 4 –> 6 –> Spülwässer

Das gewissenhafte Spülen mit Wasser ist von großer Bedeutung. Das Wasser sollte kristallklar sein. Einlaufendes Leitungswasser sollte auf den Boden des jeweiligen Tanks geführt werden. Der Wasserzufluss sollte moderat sein, um jegliche Schaumbildung etc. zu verhindern.

Entweder wird unsere Filteranlage mit geschlossenem Kreislauf verwandt, oder Sie führen kontinuierlich und ausreichend Frischwasser zu. In diesem Falle kann von dem vorhandenen Überlauf Gebrauch gemacht werden, um das benutzte Spülwasser in den Kanal einzuleiten.

Eine weitere Verbesserung des Spülvorganges kann durch Anwendung einer Badbewegung durch ölfreie Druckluft o.ä. erreicht werden, die über eine gelochte Rohrleitung in den Tank zugeführt wird.

Tank Nr. 3 –> Konditionierer NU-BLAK® 551

Leichtes manuelles Hin- und Herbewegen unterstützt den ohnehin kurzen Konditionierungsvorgang. In grösseren Einheiten kann dies auch von einer Pumpe, die für leicht korrosive Medien geeignet ist, übernommen werden. Die Konditionierungszeit beträgt dann zwischen 30 Sekunden und 1 Minute.

Anm.: Bei Material 1020-4140-1018, HSS, geschliffenen Flächen und harten Metallen empfehlen wir, diese Stufe auszulassen.

Tank Nr. 5 –> Brünierer NU-BLAK® 181

Diese Lösung ist auf Raumtemperatur (ca. 20°C) zu halten. Dies kann vor allem während der Wintermonate über die gelieferte Wärmematte oder über ein Wärmewasserbad erreicht werden. über den gelieferten Wärmemessstreifen kann die Temperatur überwacht werden.

Die Lösung muss kontinuierlich gefiltert werden, wenn größere Mengen durchgesetzt werden sollen oder das Volumen so hoch ist, dass es der Füllmenge des Tanks nahe kommt bzw. darüber liegt. Mit dem Filter werden starke Ausfällungen von Eisen-Phosphat entfernt. Dies erreichen Sie am besten mit unserer Filterpumpe BFP und/oder mit einer unserer Filteranlagen (s. unter Zubehör). Bei zusätzlicher Luftbewegung wird sowohl der Brünierer umgewälzt, was zu einem optimalem Brünierergebnis führt und eine Sedimentbildung vermeidet, als auch evtl. verschleppte Vor-Chemikalien entfernt.

Bildet sich Seifenschaum oder ähnliches auf dem Brünierer, können mittels unserer Filteranlage mit Kohlefilter auch aufschwimmende Mittel entfernt werden. Dieser Kohlefilter sollte aber nur gelegentlich und bei akutem Bedarf eingesetzt werden – verwenden Sie den Kohlefilter auf keinen Fall kontinuierlich!

Standardanwendungszeit: 30 Sekunden bis 1 Minute (je wärmer das Bad, um so schneller die Reaktion und umgekehrt).

Tank Nr. 7 –> Heißwasser Spülung (optional)

Ein solcher Tank kann z. B. mittels Tauchsieder o.ä. auf ca. 80°C aufgeheizt werden. Die nach dem Brüniervorgang für die Dauer von ca. 1 Minute eingetauchten Teile werden dabei auf ca. 80°C aufgewärmt. Dies reduziert sowohl die Eintauchzeit im Entwässerungsöl von 20 auf etwa 5 Minuten, als auch die Lufttrockenzeit von 45 auf ca. 10 Minuten.

Tank Nr. 8 –> Entwässerungsöl NU-BLAK® 833 M oder NU-BLAK® 841 H

Für den normalen Fall ist das Öl Nr. 833 M völlig ausreichend. Nur wenn besonders hohe Korrosionsbeständigkeit gewünscht wird, sollte das Öl Nr. 841 H eingesetzt werden.

Beim Entwässern sammelt sich auf dem Boden Wasser. Wenn unsere Anlagen mit dem Wassersammelvorlauf verwandt werden, kann das angesammelte Wasser über einen Hahn abgelassen werden. Anderenfalls sollten die Teile auf einem Abkantblech positioniert sein, damit sie nicht direkt im Wasser liegen. Es kann auch mit unserem wasserlöslichen Versiegeler Nr. 933 bzw. 925 gearbeitet werden.

Allgemeines

  • Füllhöhen sollten beibehalten werden, um komplett eintauchen zu können und etwas vertikale und horizontale Bewegungsmöglichkeit zu erhalten
  • Alle Tanks sollten dicht schließende Deckel haben
  • Auf die Badstärke ist zu achten. Konzentrate sind bereit zu halten, um die Badstärke immer wieder nachschärfen zu können
  • Die Teile brünieren am besten, wenn diese einzeln oder auf Gestellen eingebracht werden
  • Der Einsatz von Chargierkörben hängt von der Art der Teile ab – es muss auf jeden Fall ein Verschleppen der Vorbäder vermieden werden.
  • Für Öl sollte ein separater Korb verwandt werden!

 

NU-BLAK® ist ein eingetragenes Markenzeichen der Schlitt Werkzeuge und Werkzeugmaschinen GmbH